Mobilbagger M1000

Weimar-Werk Baumaschinen GmbH

Diese erste Neuentwicklung eines Mobilkranes/ Mobilbaggers wurde nach der Wende in Weimar im Jahr 1991 in die Produktion, mit einer Stückzahl von 122 Maschinen im ersten Jahr, übergeleitet. Insgesamt wurden im Produktionszeitraum bis 1997 ca. 459 Maschinen dieses Typs in verschiedenen Varianten hergestellt. Dabei wurden die ersten Maschinen noch in der Weimar-Werk GmbH produziert, da die Weimar-Werk Baumaschinen GmbH erst 1992 den Geschäftsbetrieb aufnahm.
Der M1000 ist ein vollhydraulischer Mobilbagger. Er dient zum Lösen, Aufnehmen und Laden von gewachsenem Erdstoff, zum Aufnehmen, Be- und Entladen von Schüttgütern und zum Umschlag von Stückgütern. Dazu kann er mit Tieflöffel, Ladeschaufel, Greifer, Lasthaken, Zangen oder Sonderwerkzeugen ausgerüstet werden.
Die tragenden Teile des Mobilbaggers bestehen im wesentlichen aus einer verdreh- und biegesteifen Schweißkonstruktion.
Der Mobilbagger M1000 hat je nach Ausrüstungsvariante eine Masse zwischen 8900 kg und 10400 kg.
Er setzt sich im wesentlichen aus den Baugruppen Unterwagen, Oberwagen und Arbeitsausrüstung zusammen. Die Arbeitsausrüstung besteht dabei aus Ausleger, Löffelstiel und Arbeitswerkzeug. Als Arbeitswerkzeuge werden vorrangig Löffel oder Greifer eingesetzt. Dabei wurden die Anschlussmaße des T174 beibehalten, so dass es möglich war Arbeitswerkzeuge, die die Kräfte der neuen Maschine verkraften konnten, weiter zu verwenden. Der Oberwagen kann frei um 360 Grad zum Unterwagen gedreht werden. Zu diesem Zweck sind Ober- und Unterwagen durch eine Kugeldrehverbindung miteinander verbunden. Mit einer Bolzenverriegelung muß der Oberwagen während der Straßenfahrt arretiert werden.


Folgende technische Daten werden angegeben

Masse - Grundmaschine ohne Arbeitswerkzeuge
leichteste Baggervariante A00
schwerste Baggervariante A04
8,9 - 10,4 t
Einsatzgrenzen
min. Umgebungstemperatur-200 C
max. Umgebungstemperatur+400 C
mit Sonderrnaßnahmenbis -400 C *)
Fahrgeschwindigkeiten
vorwärtsrückwärts
Straßengang0- 20 km/h0- 10 kmlh
Geländegang0-5 km/h0- 2,5 km/h
Steigfähigkeit
auf befestigter Fahrbahn
Straßengang12%
Geländegang45%
Radstand2450 mm
Bodenfreiheit300mm
Pendelwinkel der Vorderachse±6°
Bereifung (8-fach) Hochdruck
9.00 - 20
Scheibenrad7.0 - 20 G153 HD
Spurweite1910 mm
Luftdruck6,5 bar
Bereifung (4-fach) Niederdruck
16.00 - 20 14PR E3 *)
Scheibenrad13 - 20 G85 *)
Spurweite2080 mm *)
Luftdruck4,5 bar *)
Bereifung (8-fach) Vollgummi
Scheibenrad6.5 - 20 G148 HD
Spurweite1910 mm
Antriebsaggregat
Perkins-Motor 4.2364-Zylinder-Dieselmotor
Motorleistung50kW
Hubraum3,861
Motordrehzahl2000 min-1
Max. Arbeitsdruck
Fahrwerk330 bar
Arbeitshydraulik280/330 bar
Lenkung150 bar
Steuerhydraulik30 bar
Elektrische Anlage
Bordspannung24V
Batterie 12V2 x 110 Ah
Leistung der Drehstromlichtmaschine960W
Kräfte/So. Daten
max. Tragfähigkeit5,Ot
max. Loßbrechkraft70 kN
max. Reißkraft67 kN
Oberwagendrehzahl8min-1
Inhalt des Kraftstofftankes150 I
Inhalt des Hydrauliktankes170 l
max. hydraulische Leistung43kW
max. Fördermenge der Hauptpumpen2x 751/min
max. Betriebsdruck der Druckluftanlage7,35 bar
Geräuschemissionswerte
Schalleistungspegel103 dB(A)
Schalldruckpegel am Fahrerplatz78 dB(A)
*) Sonderzubehör

Zur Sache

Was erwartet Sie auf diesen Seiten - werden Sie sich fragen, wenn eine Seite mit "VEB" beginnt. Es ist aber nun einmal so, dass die Menschen der Region noch immer vom Mähdrescherwerk oder vom Weimar-Werk reden, obwohl beide Namen nur jeweils eine kurze Zeit der korrekte Namen eines Industriegebietes am Rande der von Hochkultur bestimmten Stadt Weimar waren. Bereits 1898 begann man Eisenbahnwaggons an dieser Stelle zu bauen. In wechselvoller Geschichte setzt sich das bis 1952 fort, ehe man den Wechsel in der Produktion hin zu Landmaschinen und Bautechnik vollzog. Mit der politischen Wende in der DDR endete die Geschichte des Industriestandortes nicht, obwohl sich das einige Kulturbürger der Stadt Weimar so vorgestellt haben. Im Jahr 1998 gab es eine 100 Jahrfeier und im Jahr 2008 eine 110 Jahrfeier des Industriegebietes. Ein Ende ist nicht in Sicht. Es lohnt sich also, sich mit diesem Stück Industriegeschichte zu beschäftigen. Dem soll diese Website dienen.