Die Jahre nach 1989

Die Reprivatisierung nach 1989

Genau so überrascht wie Günter Schabowski über seinen eigenen Vortrag der Grenzöffnung als Beginn des schnellen Endes der DDR war, war die Leitung des Weimar-Werks. Die allgemeine Orientierungslosigkeit ging alsbald in eine Umorganisation des Betriebes über. Niemand konnte sagen, wie der Betrieb konkret weiterleben würde. Eines war aber klar. Mit einer derartigen Betriebsstruktur und mit den bisherigen Erzeugnissen konnte man in der Marktwirtschaft nicht bestehen. Ebenfalls war die Produktivität des Betriebes zu gering. Am Standort Weimar arbeiteten zur Wende ca. 4.800 Mitarbeiter, mit der der Gruppe zugeordneten Betrieben wurden 6.000 Mitarbeiter beschäftigt. In dieser Zahl waren ca. 700 ausländische Arbeitnehmer, die nach Auslaufen ihrer Delegierungsverträge in die Heimat zurückgeschickt wurden. Durch vorzeitigen Ruhestand endete für eine große Zahl weiterer Mitarbeiter das Arbeitsleben.
Es galt nunmehr für möglichst viele Mitarbeiter die Arbeit und das Einkommen zu sichern…

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Die Jahre 1964 – 1989

VEB Weimar-Werk

Ab dem 1. Januar 1964 erfolgte die Namensänderung von “VEB Mähdrescherwerk” in “VEB Weimar-Werk”. Inzwischen hatten die Erzeugnisse des Werkes im In- und Ausland dank ihrer hohen Qualität allgemeine Anerkennung und Wertschätzung erfahren.
Außerdem war dieser Name an kein Erzeugnis gebunden und aus etwa einem Viertel aller Haushalte der Stadt war jemend im Weimar-Werk beschäftigt. Die Entwicklung der Stadt Weimar und des Werkes sind nicht zuletzt deshalb nach 1945 eng miteinander verbunden, denn dieses Werk nahm in Weimar als erstes nach dem Zusammenbruch des deutschen Reiches die Arbeit wieder auf.
Zum 1. Januar 1970 wurde aus dem VEB Weimar – Werk zur Schaffung größerer wirtschaftlicher Einheiten der VEB Weimar-Kombinat-Landmaschinen. Die Eintragung in das Register der volkseigenen Wirtschaft des Bezirkes Erfurt erfolgte am 23. August 1972…

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Die Jahre 1953 – 1963

VEB Mähdrescherwerk Weimar

Die Entwicklung der Produktion von Landmaschinen in der DDR führte zur Spezialisierung innerhalb des Industriezweiges, so daß der Bau von Mähdreschern ab 27. Juli 1962 in das Mähdrescherwerk Singwitz verlagert wurde.
Im Jahr 1957 ist die Entwicklung des Laders T 170 soweit herangereift, daß die Nullserie gefertigt werden kann. Die Serie folgt mit 400 Stück in gleichen Jahr.
Mit Kartoffelerntetechnik, Rübenerntemaschinen und Mobilkranen als Haupterzeugnisse sind die Entwicklungsrichtungen des Werkes auf Jahrzehnte und bis über die Epoche der DDR Volkswirtschaft hinaus festgelegt.
Zum Produktionsortiment gehören aber vorerst auch weiter Großgeräte, wie Seilzugaggregate, Meliorationsmaschinen, Körnertrockner…

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Die Jahre 1946 – 1952

Gemeinschaftswerk Thüringer Arbeiter

Mit dem Einmarsch der US-Army war für Weimar der Krieg und für die Gustloff – Werke die Produktion von Kriegsgerät zu Ende.
Das Werk bekommt den Namen “Werkzeugmaschinenfabrik GmbH”. Nach dem amerikanischen Gesetz Nr. 52 ist deren Vermögen beschlagnahmt.
Das Werk ist durch die entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen von Jalta nachrückenden Truppen der Sowjetunion auf die Demontageliste gesetzt und soll wegen seiner Kriegsproduktion und der verbrecherischen, unmenschlichen Behandlung der Häftlinge und Zwangsarbeitern gesprengt werden. Die Stärke der verbliebenen Belegschaft beträgt zu diesem Zeitpunkt noch 610 Mitarbeiter.
In einer Bittschrift wendet sich die Belegschaft an die Sowjetische Militäradministration Thüringens, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen…

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Die Jahre 1933 – 1945

Die Zeit des Nationalsozialismus

Da sich die wirtschaftliche Situation der „Linke – Hoffmann – Busch Werke AG“ nicht durchgreifend besserte, schlug der Vorstand der Unternehmung dem Aufsichtsrat 1934 die Auflösung der Gesellschaft vor.
Im Jahre 1934 erfolgte die Neugründung des Unternehmens als Waggon- und Maschinenfabrik AG.
Begonnen wurde mit dem Bau von Militärfahrzeugen wie 3 – achsigen Mannschaftswagen und Funkwagen.
Der Betrieb Weimar wurde am 1. März 1936 an die Berlin – Suhler – Waffen- und Fahrzeugwerke GmbH verkauft. Dieses ehemals den Gebrüdern Simson in Suhl gehörende Werk nahm damals den bedeutensten Platz in der Waffenindustrie des Thüringer Waldes ein…

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Die Jahre 1919 – 1933

Betrieb in Krisenzeiten

Am 27. September 1919 wurde die bisherige „Aktien-Gesellschaft für Eisenbahn- und Militärbedarf“ in „Aktiengesellschaft für Eisenbahnbedarf Weimar“ umbenannt. Verbunden damit war die vollständige Ausrichtung auf den Waggonbau. Im Unternehmen wurden derzeit über 600 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Produktion umfasst Personen-, Güter- und Straßenbahnwagen…

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Die Jahre 1898 – 1918

Entwicklung der Aktiengesellschaft für Eisenbahn- und Militärbedarf von 1898 bis 1918

Am 24. Januar 1898 wurde durch das Bankhaus Callmann & Co, Leipziger und Dresdner Unternehmer die „Waggonfabrik Weimar AG“ gegründet.

Diese begann die Produktion von Güterwagen auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei in der Buttelstedter Straße. Die erste Jahresproduktion umfaßte 72 Güterwaggons. Bis zum Konkurs im Jahre 1901 wurden über 1000 Waggons in 44 verschiedenen Typen gefertigt. Die Produktion wurde mit 300 Mitarbeitern aufgenommen…

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Zur Sache

Was erwartet Sie auf diesen Seiten - werden Sie sich fragen, wenn eine Seite mit "VEB" beginnt. Es ist aber nun einmal so, dass die Menschen der Region noch immer vom Mähdrescherwerk oder vom Weimar-Werk reden, obwohl beide Namen nur jeweils eine kurze Zeit der korrekte Namen eines Industriegebietes am Rande der von Hochkultur bestimmten Stadt Weimar waren. Bereits 1898 begann man Eisenbahnwaggons an dieser Stelle zu bauen. In wechselvoller Geschichte setzt sich das bis 1952 fort, ehe man den Wechsel in der Produktion hin zu Landmaschinen und Bautechnik vollzog. Mit der politischen Wende in der DDR endete die Geschichte des Industriestandortes nicht, obwohl sich das einige Kulturbürger der Stadt Weimar so vorgestellt haben. Im Jahr 1998 gab es eine 100 Jahrfeier und im Jahr 2008 eine 110 Jahrfeier des Industriegebietes. Ein Ende ist nicht in Sicht. Es lohnt sich also, sich mit diesem Stück Industriegeschichte zu beschäftigen. Dem soll diese Website dienen.