Die Jahre 1919 – 1933

Betrieb in Krisenzeiten

Am 27. September 1919 wurde die bisherige „Aktien-Gesellschaft für Eisenbahn- und Militärbedarf“ in „Aktiengesellschaft für Eisenbahnbedarf Weimar“ umbenannt. Verbunden damit war die vollständige Ausrichtung auf den Waggonbau. Im Unternehmen wurden derzeit über 600 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Produktion umfasst Personen-, Güter- und Straßenbahnwagen.
Im Ergebnis der Novemberrevolution in Deutschland wurden Forderungen der Arbeitnehmer nach dem 8 – Stunden – Tag und sechs Tagen Urlaub, nach Betriebsräten und dem Abschluß von Tarifverträgen mit dem Vorstand des Unternehmens verwirklicht.
Vom 13. bis 17. März 1920 beteiligten sich Angehörige der Belegschaft am Generalstreik zur Niederschlagung des Kapp – Putsches. Die Brüder Pawlewski und der Arbeiter Krassau wurden von Soldaten des „Naumburger Jäger – Regiments“ erschossen. Aus dem Unternehmen werden 13 Arbeiter wegen „kommunistischer Umtriebe“ entlassen.
Zwei Jahre später, am 14. März 1921 erfolgt eine Verschmelzung der „Aktiengesellschaft für Eisenbahnbedarf Weimar“ mit der „Waggon- und Maschinenfabrik AG“ Bautzen. Die Werke hatten nachfolgende Eckdaten vorzuweisen:

 BautzenWeimarGesamtzahl
Arbeiterzahl einschl. Angestellte 2.1009003.000
Grundfläche in qm259.000246.000505.000
Überbaute Fläche63.00020.00083.000
Jährliche Leistungsfähigkeit im Jahr 1921:
- Personenwagen450200650
- Güterwagen3.6001.8005.400
- Reparaturwagen2.4001.5003.900
- Gießerei3.500 t---3.500 t
(Siehe dazu auch die Jubiläumsausgabe 1921 der Waggon- und Maschinenfabrik Aktiengesellschaft vormals Busch – Bautzen und Weimar)
Die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage führt zu einen Rückgang der Produktion und damit der Belegschaft auf unter 300 Arbeitnehmer. Im Jahr 1924 kommt es sogar zur zeitweisen Stillegung des Betriebes. In der periodenweisen Arbeit wird die Arbeitszeit auf zehn Stunden angehoben.
Durch Fusion der „Waggon und Maschinenfabrik AG“ mit der „Linke – Hoffmann – Werke AG“, Breslau und der „Sächsischen Waggonfabrik AG“, Werdau am 1. Oktober 1927 unter der Firmenbezeichnung „Linke – Hoffmann – Busch Werke AG“ entsteht einer der größten Waggonbaukonzerne in Deutschland.
Infolge Auftragsmangels zur Zeit der Weltwirtschaftkrise wurde der Weimarer Betrieb im 2. Halbjahr 1931 stillgelegt.

Zur Sache

Was erwartet Sie auf diesen Seiten - werden Sie sich fragen, wenn eine Seite mit "VEB" beginnt. Es ist aber nun einmal so, dass die Menschen der Region noch immer vom Mähdrescherwerk oder vom Weimar-Werk reden, obwohl beide Namen nur jeweils eine kurze Zeit der korrekte Namen eines Industriegebietes am Rande der von Hochkultur bestimmten Stadt Weimar waren. Bereits 1898 begann man Eisenbahnwaggons an dieser Stelle zu bauen. In wechselvoller Geschichte setzt sich das bis 1952 fort, ehe man den ... weiterlesen