Die Jahre 1964 – 1989

VEB Weimar-Werk

Ab dem 1. Januar 1964 erfolgte die Namensänderung von “VEB Mähdrescherwerk” in “VEB Weimar-Werk”. Inzwischen hatten die Erzeugnisse des Werkes im In- und Ausland dank ihrer hohen Qualität allgemeine Anerkennung und Wertschätzung erfahren.
Außerdem war dieser Name an kein Erzeugnis gebunden und aus etwa einem Viertel aller Haushalte der Stadt war jemend im Weimar-Werk beschäftigt. Die Entwicklung der Stadt Weimar und des Werkes sind nicht zuletzt deshalb nach 1945 eng miteinander verbunden, denn dieses Werk nahm in Weimar als erstes nach dem Zusammenbruch des deutschen Reiches die Arbeit wieder auf.
Zum 1. Januar 1970 wurde aus dem VEB Weimar – Werk zur Schaffung größerer wirtschaftlicher Einheiten der VEB Weimar-Kombinat-Landmaschinen. Die Eintragung in das Register der volkseigenen Wirtschaft des Bezirkes Erfurt erfolgte am 23. August 1972.

Im Weimar-Kombinat waren folgende Betriebe und ein Institut zusammengefasst:
VEB Weimar-Werk, StammbetriebVEB Bodenbearbeitungsgeräte Leipzig
VEB Landmaschinenbau TorgauVEB Landmaschinenbau “Rotes Banner” Döbeln
VEB Landmaschinenbau BernburgVEB Landmaschinenbau Güstrow
VEB Maschinenbau DargunVEB Landmaschinenbau Auma
VEB Landmaschinenbau HalberstadtVEB Hydrauflex Plauen
VEB Feuerlöschgerätewerk ApoldaVEB Meteor-Werk Zella-Mehlis
VEB Institut für Landtechnik LeipzigVEB Landmaschinenbau Großschirma
VEB Landmaschinenbau GroßvoigtsbergVEB Landmaschinenbau Reichenbach
VEB Landmaschinenbau FrankenbergVEB Landmaschinenbau Neuensalz
VEB Landmaschinenbau NiederröblingenVEB Kettenfabrik Burgstädt
VEB Spezialketten Karl - Marx - Stadt (Chemnitz)VEB Metallschlauchwerk Zwickau
VEB Pneumatik Zella - MehlisVEB Dämpferbau Lommatzsch
VEB Gerätebau Nauendorf

Das Weimar-Kombinat hatte bei seiner Gründung ca. 11.000 Beschäftigte, davon arbeiteten im Weimar-Werk 4.500 Mitarbeiter. Die Gründungsversammlung fand am 13. September 1969 im Kulturhaus “Michael Niederkirchner” (Volkshaus) statt. Generaldirektor wurde Dr. Christian Scholwin. Die Beschäftigtenzahl stieg auf 15.000 im Jahr 1978, darunter 4.800 im Stammbetrieb Weimar.
Die volkswirtschaftliche Aufgabe des Weimar-Kombinates bestand darin, in Zusammenarbeit mit der Sowjetunion und den anderen Ländern des Ostblocks

  • die Entwicklung, Produktion und Lieferung kompletter Systemlösungen, die in ihren Haupterzeugnissen Spitzenleistungen darstellen, bei niedrigen Kosten zu gewährleisten,
  • eine Bedarfsdeckung entsprechend der Bilanzverantwortung für das Inland und eine optimale Erhöhung des Exportes bei maximalem Devisenerlös zu sichern.

Der VEB Weimar-Kombinat-Landmaschinen ist am 30. Juni 1978 aufgelöst worden. Der Stammbetrieb Weimar-Werk wurde ab dem 1. Juli 1978 dem Kombinat Fortschritt Landmaschinen Neustadt/Sachsen unterstellt und übernahm die Funktion eines Leitbetriebes für zugeordnete Unternehmen, deren Produktionsprofil eng mit dem VEB Weimar – Werk verbunden war.
Der offizielle Name lautete nunmehr:

VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen
Leitbetrieb II Weimar-Werk

Betriebsdirektor war ab diesem Zeitpunkt Dr. Hans Röthig und ab 1986 Prof. Dr. Herbert Kroker.
Außer dem Werk Weimar mit seinen Betriebsteilen Buttstädt, Auma, St. Egidien, Kromsdorf und Lobenstein gehörten zum Leitbetrieb Meteor Zella-Mehlis, Hydrauflex Plauen, Dämpferbau Lommatzsch, Landmaschinenbau Halberstadt.
In dieser Struktur und mit 5.911 Beschäftigten, einschließlich aller Betriebsteile erzielte das Weimar-Werk im Jahr 1989 eine industrielle Warenproduktion von 932 Mio. M
Nach der Wende in der DDR kommt das Unternehmen unter die Verantwortung der Treuhandanstalt.

Entwicklung des Industriestandortes Weimar – Werk in Zahlen
  1960197019801989
Produktion gesamtTM53.441249.871624.963931.862
KartoffelerntemaschinenStück2.8133.2223.0182.250
Lader/BaggerStück9271.1859091.861
HT 140Stück150
Ersatzteile gesamtTM36.78171.573294.182188.034

Zur Sache

Was erwartet Sie auf diesen Seiten - werden Sie sich fragen, wenn eine Seite mit "VEB" beginnt. Es ist aber nun einmal so, dass die Menschen der Region noch immer vom Mähdrescherwerk oder vom Weimar-Werk reden, obwohl beide Namen nur jeweils eine kurze Zeit der korrekte Namen eines Industriegebietes am Rande der von Hochkultur bestimmten Stadt Weimar waren. Bereits 1898 begann man Eisenbahnwaggons an dieser Stelle zu bauen. In wechselvoller Geschichte setzt sich das bis 1952 fort, ehe man den Wechsel in der Produktion hin zu Landmaschinen und Bautechnik vollzog. Mit der politischen Wende in der DDR endete die Geschichte des Industriestandortes nicht, obwohl sich das einige Kulturbürger der Stadt Weimar so vorgestellt haben. Im Jahr 1998 gab es eine 100 Jahrfeier und im Jahr 2008 eine 110 Jahrfeier des Industriegebietes. Ein Ende ist nicht in Sicht. Es lohnt sich also, sich mit diesem Stück Industriegeschichte zu beschäftigen. Dem soll diese Website dienen.