Die Jahre 1933 – 1945

Die Zeit des Nationalsozialismus

Da sich die wirtschaftliche Situation der „Linke – Hoffmann – Busch Werke AG“ nicht durchgreifend besserte, schlug der Vorstand der Unternehmung dem Aufsichtsrat 1934 die Auflösung der Gesellschaft vor.
Im Jahre 1934 erfolgte die Neugründung des Unternehmens als Waggon- und Maschinenfabrik AG.
Begonnen wurde mit dem Bau von Militärfahrzeugen wie 3 – achsigen Mannschaftswagen und Funkwagen.
Der Betrieb Weimar wurde am 1. März 1936 an die Berlin – Suhler – Waffen- und Fahrzeugwerke GmbH verkauft. Dieses ehemals den Gebrüdern Simson in Suhl gehörende Werk nahm damals den bedeutensten Platz in der Waffenindustrie des Thüringer Waldes ein.

Das Arbeitsgebiet der Werke umfaßt die Entwicklung und Herstellung von militärischen Waffen sowie Jagd- und Sportwaffen, von Fahrzeugen, einschließlich Sonderfahrzeugen für Heereszwecke sowie Geräten und Maschinenteilen verschiedenster Art.

Der Reichsstatthalter und Nazigauleiter Sauckel hatte schon vor 1933 ergebnislos versucht die Simsons zu enteignen. Grund dafür war, daß nach dem Versailler Vertrag im Ergebnis des ersten Weltkrieges nur der Betrieb der Gebrüder Simson berechtigt war, Waffen für die Reichswehr herzustellen.
Anfang 1934 gelang es ihm, den Simsons jeglichen Einfluß auf ihre Betriebe zu nehmen, obwohl sie Kapitaleigner blieben. Sauckel gelang es unter Einbeziehung des Heereswaffenamtes das Werk zum Reichseigentum zu machen.
Im Mai 1936 errichtete Sauckel die Wilhelm Gustloff Stiftung Weimar zur vollständigen Kontrolle des entstehenden Rüstungskonzerns.
Die Gruppe um Sauckel besetzte die Schlüsselpositionen der Stiftung und des Werkes. Sauckel selbst wurde Stiftungsführer. Gemeinsam mit dem Waffenwerk Suhl, der Otto – Eberhardt – Patronenfabrik, der Maschinenfabrik Meuselwitz und der Zweigniederlassung der Stiftung in Berlin entstand ein gewichtigster Rüstungskonzern. Der Betrieb hat 1937 über 1000 Beschäftigte.
Am 16. August 1938 wird die Errichtung einer neuen Werkzeugmaschinenfabrik nördlich des bisherigen Standortes begonnen. Ende November 1938 begann der Bau der „Werkzeugmaschinenfabrik Weimar GmbH”. Hier erfolgte die Produktion von Drehbänken, Stoß- und Schleifmaschinen. Im April 1940 erfolgte die Angliederung an die Gustloff – Werke.
Aufgrund der Kriegsentwicklung mußte die Produktion gesteigert werden.
Im Dezember 1939 erfolgt deshalb die Erweiterung durch ein Häftlingslager als Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald und das sogenannte „Ostarbeiterlager“.
An der Dürrenbacher Hütte befand sich ein Lager für rumänisch – deutsche Umsiedler, die ebenfalls im Werk tätig wurden.
Die 13 Werkhallen auf dem Ettersberg wurden als Gustloff – Werk II an das Werk an der Kromsdorfer Straße angegliedert. Hier wurden Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald eingesetzt. Das Gustloff – Werk II wurde bei Bombenangriffen am 24. August 1944 total zerstört und danach auch nicht wieder in Betrieb genommen. In der Folgezeit konzentrierte sich der Einsatz von Häftlingen auf die bisherigen Standorte der Betriebe in Weimar und Umgebung.
Beim Bombenangriff auf dem Ettersberg am 24. August 1944 verloren ca. 315 und beim Bombenangriff auf den Betrieb an der Kromsdorfer Straße am 9. Februar 1945 ca. 300 Häftlinge das Leben.

Zur Sache

Was erwartet Sie auf diesen Seiten - werden Sie sich fragen, wenn eine Seite mit "VEB" beginnt. Es ist aber nun einmal so, dass die Menschen der Region noch immer vom Mähdrescherwerk oder vom Weimar-Werk reden, obwohl beide Namen nur jeweils eine kurze Zeit der korrekte Namen eines Industriegebietes am Rande der von Hochkultur bestimmten Stadt Weimar waren. Bereits 1898 begann man Eisenbahnwaggons an dieser Stelle zu bauen. In wechselvoller Geschichte setzt sich das bis 1952 fort, ehe man den Wechsel in der Produktion hin zu Landmaschinen und Bautechnik vollzog. Mit der politischen Wende in der DDR endete die Geschichte des Industriestandortes nicht, obwohl sich das einige Kulturbürger der Stadt Weimar so vorgestellt haben. Im Jahr 1998 gab es eine 100 Jahrfeier und im Jahr 2008 eine 110 Jahrfeier des Industriegebietes. Ein Ende ist nicht in Sicht. Es lohnt sich also, sich mit diesem Stück Industriegeschichte zu beschäftigen. Dem soll diese Website dienen.